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06.02.2008 | Thema | Silke Bernhart
Jala Gangnus Mitglied im Pilotprojekt
Die Sprinterin Jala Gangnus (LG Weserbergland)
spielte schon länger mit dem Gedanken an
eine berufliche Laufbahn bei der Polizei. Ihr
wurde jedoch aufgrund des großen zeitlichen
Aufwandes bisher davon abgeraten. Nachdem sie
von den Plänen des niedersächsischen
Innenministeriums erfuhr, ein Sportförderprogramm
nach hessischem Vorbild ins Leben zu rufen,
hat sie sich sofort beworben.
Seit Oktober 2007 gehört sie zusammen
mit dem 800 Meter-Läufer Sören Ludolph
(LG Braunschweig) zu den ersten niedersächsischen
Leichtathleten, die ein verlängertes Bachelor-Studium
zu Polizeikommissaren absolvieren. „Wir
laufen im Moment ganz normal in einer Studiengruppe
mit und verteilen die Module, die die anderen
Anwärter in drei Jahren machen, auf fünf
Jahre.“
Für Training und Wettkämpfe werden
die Sportler auch in Niedersachsen problemlos
freigestellt. Und wenn sie im Unterricht etwas
versäumen, helfen die Kollegen aus: „Unsere
Mitstudenten nehmen es sehr gut auf, dass wir
manchmal fehlen oder früher gehen müssen.
Wenn wir etwas verpasst haben, dann unterstützen
sie uns. Das ist nicht selbstverständlich.“

Jala Gangnus ist der Shootingstar der
vergangenen Saison. Die 19-Jährige
überzeugte im Vorjahr als deutsche Vize-Meisterin
über 200 m und als deutsche Jugend-Meisterin
auf beiden Sprintstrecken. Bei der U20-EM
in Kaunas gewann sie Silber über 200 m
und feierte damit ihren ersten internationalen
Erfolg. Ihre bis dato persönliche
Bestzeit verbesserte sie über diese Distanz
auf 23,38 Sekunden und belegt damit in der DLV-Jahresbestenliste
2005 Platz zwei hinter Birgit Rockmeier. Ein
Beleg mehr dafür, dass der Sprung in den
Erwachsenen-Bereich problemlos gelungen ist.
Dass die 4x100-m-Staffel bei der WM in Helsinki,
für die sie Berücksichtigung fand,
letztlich doch nicht nominiert wurde, ist für
den Youngster kein Problem: "Es war ein
Schock für mich, überhaupt nominiert
worden zu sein", gesteht sie.
2005 war auch das Jahr der Veränderungen.
Gangnus schloss die Schule ab, verließ
das elterliche Wohnhaus in Winsen und zog nach
Hannover in eine eigene Wohnung. Sie schloss
sich einer neuen Trainingsgruppe an und verpflichtete
sich bei der Bundeswehr. Ehrgeiz und ein ausgeprägter
Wille zählen zu den größten
Stärken der deutschen Sprinthoffnung, die
das elfte Schuljahr in kanadischen St. John
absolvierte und dort vornehmlich Rugby und Basketball
spielte. "Danach war ich richtig schlecht.
Ich hatte zugenommen und wollte am liebsten
aufhören mit der Leichtathletik",
erzählt die ehemalige Handballspielerin,
die in diesem Jahr die erste Saison für
ihren neuen Club LG Weserbergland absolviert.
Die gebürtige Lüneburgerin
startet bei der EM nicht nur in der Staffel,
sondern auch im Einzel über 200 m.
Zuvor war Rockmeier mit Achillessehnenproblemen
auf der halben Stadionrunde ausgefallen. Zudem
verbesserte Gangnus ihre Bestzeit Ende Juli
beim internationalen Meeting in Nürnberg
als Drittplatzierte auf 23,24 Sekunden.

2.9.2006 | Leute | Christian Fuchs
Jala Gangnus - Der Traum von Olympia
Als jüngste deutsche Teilnehmerin war Jala
Gangnus bei der Europameisterschaft in Göteborg
(Schweden) dabei. Die Sprinterin der LG Weserbergland
hat in diesem Sommer sportlich auf sich aufmerksam
gemacht. Die aufstrebende 19-Jährige wird
dafür am Sonntag (3. September) auch mit
einem Start beim DKB-ISTAF in Berlin belohnt.
„Ich habe nicht gemerkt, dass ich die
Jüngste bin. Aber es war schon etwas Neues,
plötzlich mit den ganzen deutschen Stars
zusammen zu sein“, sagte Jala Gangnus
rückblickend auf die EM-Tage. Der Youngster
fühlte sich gut integriert in eine DLV-Mannschaft,
die besten Teamgeist offenbarte und mit einem
zufriedenstellenden Ergebnis die Heimreise antreten
konnte.
Auch die U20-EM-Zweite trug mit dem Erreichen
des Halbfinales über 200 Meter ihren Teil
dazu bei. Dabei war die Europameisterschaft
vor allem noch eine andere und neue, eine ganz
große Erfahrung. „Vor so einem großen
Publikum und mit solchen Stars zu laufen, ist
schon was ganz, ganz anderes als Kaunas“,
stellte Jala Gangnus im Vergleich mit der Junioren-EM
fest. Darüber, dass es im EM-Semifinale
nur zum siebten Platz reichte, war sie im ersten
Moment doch etwas enttäuscht: „Ich
hatte ein wenig mit dem Finale geliebäugelt.“
Interesse geweckt
Mit dem Erfolg stieg in diesem Jahr auch gleich
das öffentliche Interesse an dem Sprinttalent,
das vor einem Jahr noch für die LG Nordheide
startete. Bei der EM machte Jala Gangnus die
Erfahrung, wie es so ist, vor laufender Fernseh-Kamera
Rede und Antwort zu stehen: „Das ist schön,
aber auch aufregend.“ Interessiert haben
sich auch manche große Zeitungen für
die langbeinige und hübsche Kurzstrecklerin,
die sich darüber freute, „das der
Nachwuchs auf Interesse stößt.“
Schließlich war die 1,81 Meter große
Athletin als Fahnenträgerin bei
der Eröffnungsfeier der EM von
der Mannschaftsführung auch ganz bewusst
als Jüngste in den Fokus gerückt worden.
„Ich habe mich wahnsinnig über diese
Ehre gefreut. Die Eröffnungsfeier war dann
schön, wenn auch kurz.“
Entscheidender Schritt
Seit diesem Jahr setzt Jala Gangnus vollkommen
auf den Sport. Mit dem Umzug nach Hannover und
der Unterstützung durch die Bundeswehr
sind für sie bestmögliche Vorraussetzungen
geschaffen worden. Als Sportsoldatin kann sie
sich nun ganz auf das Training bei Edgar Eisenkolb
am Olympiastützpunkt konzentrieren und
auch die medizinischen und physiotherapeutischen
Vorzüge am Standort optimal nutzen.
Dieser entscheidende Schritt zahlte sich bereits
aus. Ohne größere Probleme schaffte
Jala Gangnus den Anschluss an die Klasse der
Erwachsenen. Göteborg war für die
Sportsoldatin, die nach dem Einstieg bei der
Bundeswehr noch etwas angeschlagen durch den
Winter kam und in der Hallensaison noch kaum
Akzente setzen konnte, einer von mehreren Höhepunkten
in diesem Sommer.
Meisterstück in Ulm
Bei den Deutschen Meisterschaften in Ulm hatte
sie über 200 Meter das Fehlen der Dortmunder
Titelverteidigerin Birgit Rockmeier genutzt
und war in 23,59 Sekunden zum Titel gestürmt.
Noch einmal ins Gespräch brachte sie sich
zwei Wochen später bei der DLV-Leichtathletik-Gala
in Nürnberg, wo sie ihre Bestzeit auf 23
,24 Sekunden drückte und daraufhin
auch zu ihrer EM-Nominierung kam.
Dem Start in Schweden, dort war sie auch Ersatz
in der Staffel, folgte noch ein weiterer Titelgewinn
vor einer Woche bei den Deutschen Junioren-Meisterschaften
in Bautzen.
Sieht man ihre Reserven, die vor allem beim
Start liegen („Dort kann ich noch arbeiten“)
und betrachtet man die zurückliegende Saison,
dann kann der Ausblick wie auch das Fazit nur
rundum positiv ausfallen. Mit dem ersten großen
internationalen Einsatz erhielt Jala Gangus
die Chance, sich auch im Feld der besten Leichtathleten
des Kontinents zu zeigen und kam ihrem Fernziel
immer näher. Dem Traum von Olympia. Peking
2008 scheint in Reichweite.

Erwählte Läuferin
07.08.2006
ERÖFFNUNG. Sprinterin Jala Gangnus
von der LG Weserbergland, die mit 19
Jahren jüngste deutsche Teilnehmerin, hat
bei der EM-Eröffnungsfeier am Sonntag vor
100 000 Zuschauern die deutsche Fahne getragen.
Von den achtzig nominierten Aktiven des DLV
nehmen 76 teil: 400-Meter-Läuferin Jana
Neubert (Chemnitz) und die nachgemeldete Siebenkämpferin
Karin Ertl (Regensburg) mussten wegen Erkältungen
nach Hause geschickt werden. Der Magdeburger
Ruwen Faller verzichtet auf einen Einzelstart
über 400 Meter zu Gunsten der Staffel.
Teamkapitäne sind die Diskus-Weltmeisterin
Franka Dietzsch und der Stabhochspringer Tim
Lobinger.

20.10.2005 | Leute | Alexandra Neuhaus
Jala Gangnus und ihr turbulentes Jahr
Jala Gangnus – ein Name, den man sich
merken sollte. Die 18-Jährige ist der Shootingstar
der vergangenen Saison. Fünf nationale
und internationale Medaillen sammelte die Sprinterin
der LG Nordheide in den vergangenen Monaten.
Die Wertvollste davon war die Silber-Medaille
bei der U20-Europameisterschaft in Kaunas (Litauen).
„Ich hätte nie gedacht, dass dieses
Jahr so erfolgreich werden würde“,
beschreibt die Kurzsprinterin ihre Gefühle
nach dieser turbulenten Saison und die ausgedrückte
Überraschung ist nicht gespielt, sondern
authentisch. „Nachdem ich letztes Jahr
Vierte bei der Jugend-DM über 200 Meter
geworden war, sollte es dieses Jahr eine Medaille
werden“.
Es wurde Gold in Braunschweig und noch mehr
als das. Nachdem sie am Vortag bereits die 100
Meter in persönlicher Bestzeit von 11,61
Sekunden gewonnen hatte, krönte sie in
einem fulminanten Finale die beste Saison ihrer
bisherigen Karriere mit dem Sieg über 200
Meter und lief sich so in die Herzen der Zuschauer,
denn die Freude hinter der Ziellinie kam aus
tiefstem Herzen.
Gänsehaut in Litauen
Der schönste Augenblick dieses Jahres
war jedoch der Einlauf über 200 Meter bei
der U20-Weltmeisterschaft im litauischen Kaunas.
„Ein Gänsehauterlebnis“, so
bezeichnet Jala Gangnus den Moment des Silbermedaillen-Gewinns
im Rückblick.
2005 war das Jahr des Durchbruchs für
Jala Gangnus. Neben dem ersten internationalen
Erfolg ist ihr auch der Sprung in die Klasse
der Aktiven, als Jugendliche, spielerisch gelungen.
Bei der DM in Wattenscheid sicherte sie sich
Silber hinter Birgit Rockmeier (LG Olympia Dortmund)
und sollte auch Berücksichtigung in der
4x100 Meter Staffel des DLV bei der WM in Helsinki
finden, die dann aber doch nicht nominiert wurde.
Bestzeiten und Medaillen
Kein Problem für Jala Gangnus. „Es
war ein Schock für mich, überhaupt
nominiert worden zu sein“, gesteht sie
und ist ehrlich: „Ich bin im Nachhinein
sogar froh, dass wir nicht gestartet sind, denn
ansonsten hätte ich gar nicht in Braunschweig
laufen können. Außerdem war das Wetter
in Finnland ohnehin schlecht“, sagt sie
mit einem Lachen a
uf den Lippen und in der Gewissheit, dass ihre
Jahre noch kommen werden.
2005 war das Jahr der Bestzeiten.
Von 12,10 Sekunden schraubte sie ihre Bestleistung
auf 11,61 Sekunden über 100 Meter und von
24,65 Sekunden verbesserte sie sich auf 23,38
Sekunden über die doppelte Distanz. Eine
erfreuliche Entwicklung, deren Rezept sie selber
nicht beschreiben kann. „Ich hab im Winter
für 400 Meter trainiert. Daher habe ich
Schnelligkeit und Stehvermögen für
die 200 Meter bekommen, aber meine 100 Meter-Zeit
hat mich doch sehr überrascht.“
Trotz des Erfolgs sie selbst geblieben
2005 war auch das Jahr der Veränderungen.
Nach dem Abschluss der Schule verließ
sie das elterliche Wohnhaus in Winsen und wagte
den Schritt nach Hannover, in eine eigene Wohnung,
in eine neue Trainingsgruppe und gehört
nun der Bundeswehr an. Ihr Leben ist nun komplett
auf Sport eingestellt. „Aber am Wochenende
fahre ich immer noch nach Hause zu meinen Eltern
und meiner Schwester“, verrät sie.
Zuhause wartet auch ihr Klavier, welches sie
seit dem sechsten Lebensjahr spielt und das
neben dem Sport zu einem ihrer liebsten Hobbys
gehört.
Trotz aller Erfolge, Jala Gangnus bleibt bescheiden.
„Manchmal zu bescheiden“, fügt
ihr Freund Stefan Jahn hinzu und Jala lässt
ihr einnehmendes Lachen hören. „Ja,
vielleicht ist das eine meine Schwächen“,
gibt sie zu. Eine Charaktereigenschaft, die
sie noch sympathischer erscheinen lässt.
Kanadische Erfahrungen
Zu ihren Stärken gehört jedoch
ohne Zweifel ihr Wille. „Ich bin ehrgeizig
und kann mich auch im Winter zum Training motivieren“,
erzählt sie und bereichte von kalten Wintertagen
in Winsen, ihrem Heimatort zwischen Lüneburg
und Hamburg, wo sie zu 80 Prozent alleine auf
Asche trainieren musste.
Nachdem sie das elfte Schuljahr (2002- 2003)
in kanadischen St. John absolviert hatte und
dort vornehmlich Rugby und Basketball gespielt
hatte, ist es auch nur ihrem Ehrgeiz zu verdanken,
dass sie der Leichtathletik überhaupt erhalten
blieb. „In dem Jahr nach Kanada war ich
richtig schlecht“, fällt sie ein
vernichtendes Urteil über sich selbst und
ergänzt: „Ich hatte zugenommen und
wollte am liebsten aufhören mit der Leichtathletik.“
Ein Glück, dass sie es nicht getan hat.
Von Winsen nach Hannover
Im kommenden Jahr will sie dort weitermachen,
wo sie diese Saison aufgehört hat. „Ich
würde mich freuen, wenn ich in Göteborg
vielleicht Ersatzläuferin für die
Staffel sein könnte“, sagt sie ganz
vorsichtig und bestätigt so die Einschätzung
ihres Freundes. Jala Gangnus ist bescheiden.
Träume hat sie dennoch. „Mein Ziel
ist Olympia“, sagt die ehemalige Handballspielerin,
die sich vor fünf Jahren ganz der Leichtathletik
verschreiben hat.
Im Vergleich zum Leben in Winsen hat sich jetzt
einiges geändert. „Hier habe ich
eine Trainingsgruppe, das motiviert natürlich
noch mehr“, erzählt sie von ihrem
neuen Zuhause in Hannover, in der Trainingsgruppe
von Edgar Eisenkolb. „Hier ist täglich
jemand da, mit dem ich Einheiten zusammen machen
kann, das ist schon ein großer Vorteil.“
Ausbildung bei der Bundeswehr
Ab Dezember geht das Training wieder los für
die talentierte Sprinterin. „Ich rechne
so mit acht Einheiten pro Woche“, prognostiziert
sie und man hört aus ihrer Stimme heraus,
dass sie sich jetzt schon auf die Zeit nach
der Bundeswehrausbildung freut.
Doch bis dahin heißt es noch „Stillgestanden“
bei der Bundeswehr in Nienburg, wo sie bis Ende
November noch ihre Grundausbildung absolvieren
muss. „Danach bin ich in der Sportfördergruppe
und kann mich ganz auf das Training konzentrieren.“

5.9.2006 | Interview
| Manfred Scholz
Jala Gangnus - „Irgendwann mal
400 Meter“
Jala Gangnus hat in diesem Sommer im für
sie neuen Trikot der LG Weserbergland als Deutsche
Meisterin, Deutsche Junioren-Meisterin und EM-Halbfinalistin
über 200 Meter ihr Sprinttalent eindrucksvoll
unterstrichen. Erfahren Sie im Interview mit
der erst 20-Jährigen, wie sie ihr Jahr
bewertet…
Frau Gangnus,
wie sieht Ihr Fazit nach der ersten Saison im
Team der LG Weserbergland aus, hat sich der
Wechsel gelohnt, wurden Ihre Erwartungen erfüllt?
Jala Gangnus:
Meine erste Saison bei der LG war echt großartig.
Mit zweimal Staffelgold haben sich meine Erwartungen
mehr als erfüllt und damit hat sich der
Wechsel in jedem Fall gelohnt.
Wie hat sich
Ihr Leben verändert, privat und sportlich?
Jala Gangnus:
Mein Leben hat sich im Vergleich zum Vorjahr
sehr verändert, dadurch, dass ich zu Hause
ausgezogen bin, eine neue Stadt, eine neue Umgebung
und der Sport ist nun Mittelpunkt meines Lebens.
Durch die Bundeswehr kann ich mich voll auf
das tägliche Training konzentrieren. Auch
die Infrastruktur ist einfach viel besser als
vorher in Winsen.
Wie schätzen
Sie ihren eigenen Leistungsstand ein?
Jala Gangnus:
Im Vergleich zum Vorjahr hab ich mich von den
Zeiten her zwar kaum gesteigert, aber dafür
bin ich sie konstanter gelaufen. Somit habe
ich mein Ziel, die Zeiten zu bestätigen,
erreicht.
Woran arbeiten
Sie, was gilt es zu verbessern?
Jala Gangnus:
Ich arbeite viel an meinem Start, der meine
große Schwäche ist. Im Training ist
er manchmal auch schon etwas besser, aber dies
dann im Wettkampf umzusetzen, ist was anderes.
Auf welcher Strecke
sehen sie Ihre Zukunft?
Jala Gangnus:
Mein Training ist im Prinzip auf alle Sprintstrecken
ausgerichtet, aber die nächsten Jahre werde
ich mich überwiegend auf die 200 Meter
konzentrieren. Langfristig könnte ich mir
vorstellen irgendwann mal auf die 400 Meter
umzusteigen.
Welche Eindrücke
hat die Europameisterschaft in Göteborg
bei Ihnen hinterlassen?
Jala Gangnus:
Die EM war echt ein großartiges Erlebnis!
Bei der Eröffnungsfeier durfte ich als
jüngstes Team-Mitglied die Fahne tragen.
Dies war eine große Ehre. Aber auch die
weiteren vielen Erfahrungen, die ich dort gesammelt
habe, werden mir sicher in den nächsten
Jahren helfen.
Wie definieren
Sie ihre Ziele für die nächsten beiden
Jahre?
Jala Gangnus:
Nächstes Jahr ist erst mal die U23-Europameisterschaft.
Dort ist es mein Ziel, eine Medaille zu holen.
Danach ist auch noch die Weltmeisterschaft in
Osaka, vielleicht darf ich da ja auch mitfahren.
2008 die Olympischen Spiele in Peking, das wäre
natürlich ein Traum, aber ansonsten wäre
ich 2012, mit 26 Jahren auch noch in einem guten
Sprint-Alter.

Sonntag, den 26.07.2005
Die große Stoppuhr in Bochum-Wattenscheid
klackt ein letztes Mal. Dann bleibt sie mit
der Siegerzeit bei den deutschen Leichtathletik-Meisterschaften
stehen. 23,05 Sekunden braucht Spitzensprinterin
Birgit Rockmeier (31) von der LG Olympia Dortmund
für die 200 Meter-Distanz.
Zweite wird die erst 18 Jahre alte
Jala Gangnus von der LG Nordheide - mit einer
Saisonbestleistung von 23,38 Sekunden.
"Es kam mir gar nicht so schnell vor",
sagt die frischgebackene Abiturientin später.
Auch als sie mit der Silbermedaille
um den Hals auf dem Siegerpodest steht, kann
es Jala Gangnus immer noch nicht glauben: "Ich
bin sprachlos, damit habe ich nicht gerechnet.
Die Leistung im Kampf mit den derzeit besten
deutschen 200-Meter-Läuferinnen bedeutet
für Jala Gangnus sogar die Nominierung
für die Weltmeisterschaft in Helsinki.
Ob die Nachwuchsathletin in Finnland allerdings
tatsächlich gegen die erfahrene internationale
Elite antritt, weiß sie nicht. "Ich
bin doch noch so jung", sagt sie. Es klingt
fast ein bißchen verzweifelt. So jung
und schon so gut. Da müssen Prioritäten
gesetzt werden, und die liegen im Moment im
Juniorinnen-Bereich. Bei der Siegerehrung über
200 Meter fehlt Birgit Rockmeier in Wattenscheid.
"Sie mußte schon nach Hause",
sagt Jala Gangnus. Sie genießt den Moment
auf dem Siegertreppchen trotzdem. So ist der
Blick nach oben wenigstens schon mal frei. Wie
beim Lauf zur Vize-Meisterschaft. "Ich
bin auf der Außenbahn gelaufen und hatte
nie jemanden neben mir", erklärt die
Winsenerin, die im Herbst in den Landesstützpunkt
Hannover umzieht. Was andere als Nachteil empfinden,
hat ihr Sicherheit gegeben: "Für mich
war es ganz gut, weil ich mich dann nicht so
unter Druck gesetzt habe."
Einmal stand Jala Gangnus dann in Wattenscheid
auch noch ganz oben auf dem Treppchen. Mit der
U-20-Nationalmannschaft belegte sie in der 4
x 100-Meter-Staffel Platz eins (in 44,43 Sekunden).
Nächstes großes Ziel ist
für Jala Gangnus jetzt die U-20-Europameisterschaft
vom 21. bis 24. Juli in Kaunas (Litauen). Nachwuchs-Bundestrainer
Dietmar Chounard hat die Leichtathletin aus
dem Kreis Harburg bereits vor der DM für
den Junioren-Titelkampf nominiert, darf sich
jetzt bestätigt fühlen. Die Zielsetzung
für die EM ist identisch mit der für
Wattenscheid. "Mit der Staffel will ich
eine Medaille holen, im 200-Meter-Lauf ins Finale
kommen", sagt Jala Gangnus. Was dabei herauskommen
kann, wenn alles gut läuft, haben die deutschen
Meisterschaften gezeigt.
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